Es ist 32 Meter lang, besteht aus 17.352 Bildern und zeigt den Opernball im Zeitraffer: das Rundpanorama „Wien MMIX“ des Schweizer Künstlers Jules Spinatsch. Am Donnerstag wird die Installation im Resselpark eröffnet.
Spinatsch ließ beim Opernball 2009 den ganzen Abend lang zwei ferngesteuerte Kameras klicken. Die Aufnahmen setzte der Foto-Künstler chronologisch zusammen. Entstanden ist ein Bild der Wiener Gesellschaft an einem langen, in verschiedenfarbiges Licht getauchten Ballabend. Bei genauem Hinsehen zeigt sie ihre vielen Facetten: etwa schäkernde Pärchen, Politprominenz in der Loge oder knipsende Zuschauer.
Politthriller empfiehlt Opernball
Ausgangspunkt sei der Plan gewesen, ein groß angelegtes Gruppenporträt zu machen, erzählt der Künstler gegenüber wienweb.at/W24. Nachdem das aber "in einem demokratischen Land schwer zu organisieren" sei, habe er sich auf eine Veranstaltung verlegt. Die Entscheidung für den Opernball kam nach der Lektüre von Josef Haslingers gleichnamigem Politthriller. Haslinger ist deshalb auch bei der offiziellen Eröffnung mit von der Partie.
Spiegelbild für den Betrachter
Was für den Künstler im Vordergrund steht: Im Gegensatz zu der "geführten" Berichterstattung im Fernsehen eine freie Betrachtung der Veranstaltung im öffentlichen Raum zu ermöglichen. "Das machte nur in Wien Sinn, weil die Personen nur hier bekannt sind", erklärt Spinatsch. Dadurch werde dem Betrachter eine Art Spiegelbild vorgehalten.
Spinatsch selbst hatte durch die aufwendige Vorbereitung auf das Projekt Gelegenheit, die Stadt und ihre Menschen etwas besser kennen zu lernen. Wie die Passanten auf das Rundpanorma reagieren, erfährt man in einer wienweb.at-Reportage unter diesem Link! Der Künstler lädt außerdem dazu ein, Reaktionen hier zu posten. (sal)
WIEN MMIX / RUNDPANORAMA
30. Juli bis 31. Oktober 2010
Eröffnung: Donnerstag, 29. Juli 2010, 19 Uhr
4., Karlsplatz (Resselpark)